Drei Signale beantworten verschiedene Fragen
Metriken zeigen Entwicklungen wie Fehleranteil oder Warteschlangenlänge. Logs beschreiben einzelne Ereignisse. Traces verbinden Schritte einer Anfrage über mehrere Komponenten. Die Verknüpfung hilft beispielsweise, aus einem Anstieg langsamer Antworten in eine konkrete Verarbeitungskette zu springen. OpenTelemetry ist dabei ein Instrumentierungs- und Transportansatz, keine fertige Datenbank für sämtliche Auswertungen.
Geschäftswege statt nur Server beobachten
Ein Checkout kann mehrere technisch erfolgreiche Aufrufe enthalten und fachlich trotzdem scheitern. Daher sind passende Prozesskennzahlen wichtig: etwa erfolgreich abgeschlossene Buchungen gegenüber begonnenen Buchungen. Für technische Spans sollten Namen und Attribute konsistent sein. Unbegrenzte Werte wie jede einzelne Kundennummer in Metriklabels können Datenmenge und Kosten stark erhöhen.
Datenschutz und Kosten mitgestalten
Nicht jeder Request muss vollständig gespeichert werden. Sampling reduziert Datenmengen, kann aber seltene Fehler verdecken, wenn es unüberlegt eingesetzt wird. Personenbezogene Inhalte sollten möglichst vor dem Export entfernt werden. Auch Collector und Auswertungsplattform brauchen Schutz, weil Telemetrie technische Interna und Geschäftsabläufe offenlegen kann.
Beispiel: Eine langsame Auftragsbestätigung
Der Webdienst antwortet spät, seine eigene Berechnung ist aber schnell. Ein verteilter Trace zeigt Wartezeit beim Dokumentendienst. Dessen Logs verweisen auf eine ausgelastete Konvertierungswarteschlange. Dadurch lässt sich die tatsächliche Abhängigkeit verbessern, statt pauschal mehr Webserver bereitzustellen.
Womit Sie sinnvoll beginnen können
- Mit einem wichtigen Nutzerweg und wenigen aussagekräftigen Signalen beginnen.
- Dienstnamen, Kontextweitergabe und Verantwortlichkeiten vereinheitlichen.
- Speicherbedarf, Sampling und sensible Attribute regelmäßig überprüfen.